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ANDEEP-SYSTCO, Donnerstag, 13. Dezember, 16.Expeditionstag   Print 


ImageThursday, 13 December
Today is the fifth day since we have started to fight our way through the sea ice. Last night our average speed was about 6.2 kts, and slowly but surely we are approaching Neumayer station. The happy expectation among us is tangible, as the hour comes near with our arrival in which we may leave the ship and have a go at the ice. Fifty-three biologists, oceanographers, geologists, chemists and meteorologists are being let loose in the pristine world of ice. And the thicker the ice becomes and the more powerful the ramming of the ship against it, the heavier the intermittent snowfall, und the more frequent the sightings of crabeater seals (a seal species living here) and Emperor penguins, the more the right index finger is tingling above the shutter switch of the cameras.

Of course we can not just climb off the ship and walk about on the ice. For one thing, the Antarctic presents some danger to people, and, even more importantly, we are have a great responsibility for the wilderness around us. Two days ago we were given an extensive presentation by the ship’s doctor on dangers in the ice. We were informed, warned and made aware of everything ranging from sunburn, snow blindness, frostbite, loss of orientation to suddenly opening cracks and crevaces in the ice and unexpected bad weather. Hopefully now we know all the rules that secure our survival on land.

ImageHowever, all this information still does not allow us to leave the ship. Germany, along with many other countries, is a signatory of international legislation for the protection of Antarctica, including the waters south of 60°S. Yesterday we were advised how to dispose of garbage, how close we may get to animals, not to introduce any animals or plants, not to touch the rare plants and animals on land, and much more. Especially the protection of flora and fauna in the cold climate of Antarctica is very important because the physiological processes are slowed down by low temperatures, resulting in slow growth as well as slow recovery after injuries or exhaustion.

Now hopefully we are really prepared. I can’t wait to step on an ice floe- I wonder if it will rock under my feet. Probably not... In any case, I will warm up my photographing finger very well over night and think about the position of the shutter switch. Then everything will be all set for tomorrow for the first penguin waddling across my path (at least 5 m away, of course).
Myriam Schüller, Ruhr-University of Bochum

Photos: M. Schüller


Donnerstag, 13. Dezember
Heute ist der fünfte Tag seit wir uns durch das Seeeis schlagen. In der letzten Nacht haben wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,2 kn gemacht und langsam aber sicher nähern wir uns der Deutschen Forschungsstation Neumayer. Die freudige Anspannung unter uns ist deutlich zu spüren, denn mit der Ankunft dort rückt die Stunde näher, in der wir das Schiff verlassen und für einen Tag die Eisflächen unsicher machen dürfen. Dreiundfünfzig Biologen, Ozeanographen, Geologen, Chemiker und Meteorologen werden auf die unberührte Natur der Eiswelt losgelassen. Und je heftiger die Eisschichten um uns werden und damit die Kollisionen des Schiffes mit undurchdringlichen Eismassen, je stärker der zwischenzeitliche Schneefall, und je häufiger die Sichtung von Krabbenfressern (eine hier heimische Robbenart) und Kaiserpinguinen, desto mehr kribbelt der rechte Zeigefinger über dem Abdruck der Fotoapparate.

So einfach aus dem Schiff klettern und über das Eis laufen dürfen wir natürlich nicht. Zum einen birgt die Antarktis viele Gefahren für den Menschen, zum anderen (und das ist sicherlich noch viel wichtiger) tragen wir eine große Verantwortung für die Natur um uns herum. Bereits vor zwei Tagen haben wir einen ausführlichen Bericht unseres Schiffsarztes erhalten, über Gefahren im ewigen Eis. Von Sonnenbränden, über Schneeblindheit, Erfrierungen, Orientierungsverlust, hinzu sich plötzlich auftuenden Eisspalten und überraschenden Unwettern sind wir über alles informiert, gewarnt und aufgeklärt worden, und kennen jetzt hoffentlich alle Verhaltensregeln, die unser Überleben an Land sichern.

Von Bord dürfen wir alleine durch diese Einweisung aber noch lange nicht. Deutschland hat neben vielen anderen Ländern ein internationales Gesetz zum Schutz der Antarktis unterschrieben, und damit auch zum Schutz der Gewässer südlich von 60°S. In einer gestrigen Einweisung haben wir erfahren, wie wir Abfälle zu entsorgen haben, wie weit wir uns Tieren nähern dürfen, dass wir keine Tiere und Pflanzen einführen dürfen, die seltenen Pflanzen und Tiere auf dem Land nicht anfassen sollen, und noch vieles mehr. Gerade der Schutz der Flora und Fauna ist in der Kälte der Antarktis von großer Wichtigkeit, da der Stoffwechsel der Organismen durch die niedrigen Temperaturen stark verlangsamt ist, und sowohl das Wachstum länger dauert, als auch die Regeneration nach Verletzungen und Anstrengungen.

Jetzt sind wir alle hoffentlich bestmöglich vorbereitet. Ich kann es kaum erwarten einmal eine Eisscholle betreten zu dürfen- ich frag mich, ob das schaukelt. Wahrscheinlich eher nicht... Auf jeden Fall werde ich über Nacht meinen Fotografierfinger schön warm halten und mir im Geiste noch einmal die Position des Auslösers vor Augen führen. Dann kann morgen nichts mehr schief gehen, wenn mir der erste Pinguin über den Weg watschelt (natürlich in mindestens 5 m Abstand).
Myriam Schüller, Ruhr-Universität Bochum

Fotos: M. Schüller



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